Heute jährt sich zum 80 mal die Reichspogromnacht. Im Geschichtsunterricht wird…

Heute jährt sich zum 80 mal die Reichspogromnacht.

Im Geschichtsunterricht wird die Nacht vom neunten auf den zehnten November auch verharmlosend als „Reichskristallnacht“ bezeichnet.
Dadurch soll suggeriert werden, das lediglich ein paar Fensterscheiben zu Bruch gingen. Dabei wurden rund um die Reichspogromnacht mindestens 400 Menschen ermordet oder in den
Selbstmord getrieben, sowie tausende Synagogen, Gebetshäuser, Geschäfte und jüdische Friedhöfe zerstört.

Das Pogrom diente nicht nur zur ökonomischen Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung, von den Enteignungen und Plünderungen profitierten besonders die deutschen Banken und Konzerne,
sondern sie dienten gleichfalls zur Einschüchterung der politischen Opposition, besonders von AntifaschistInnen und KommunstInnen. Ganze SA-Scharen liefen plündert und brandschatzend und
prügelnd durch die Straßen. Antisemitisch motivierte Gewalt ist leider nicht Geschichte. Seit Jahren steigt die Anzahl der Delikte gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland. Alleine 2017 gab es laut Bundesregierung 1453 antisemitische Delikte.Die Zahlen beziehen sich nur auf Fälle, in denen die Täter Anzeige erstattet haben, die Dunkelziffer liegt viel höher.
Auch wenn ein erstarken der extremen Rechten in Deutschland spürbar ist, die Anzahl fremdenfeindlicher Übergriffe jedes Jahr aufs neue steigt, die AfD den Einzug in Landtagen und
dem Bundestag eingezogen ist, leben wir derzeit in keinem faschistischen Staat. Jedoch leben wir in einem System, das die Grundlage für eine faschistische Diktatur liefern kann. Faschistische
Systeme werden von den Kapitalisten für Zeiten bereitgehalten, in denen der Kapitalismus mit Schwierigkeiten und Rissen zu kämpfen hat, etwa in ökonomischen Krisenzeiten oder bei fehlenden
Expansionsmöglichkeiten.

Ziel und Funktion von Nazis und Rassisten ist es, die Menschen zu desorientieren und zu spalten, zum Beispiel durch die Idee, ihre sozialen Probleme könnten nationalistisch, auf Kosten ihrer migrantischen KollegInnen gelöst werden. In diesem Zusammenhang ist es kein Zufall, dass in den letzten Jahren rassistische und nationalistische Bewegungen stärker geworden sind.

Den Faschisten die Grundlage entziehen!

Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der kein Mensch auf Grund von Herkunft, Hautfarbe, religiöser Anschauung, sexueller Orientierung oder Geschlecht diskriminiert wird. Wir kämpfen für
das Verbot und die Zerschlagung aller faschistischen Organisationen und Parteien. Um ein Leben ohne Rassismus und Faschismus führen zu können, müssen wir rassistische Vorurteile
zurückdrängen und gemeinsam für unsere Interessen kämpfen. Dauerhaft ist dies nur in einer Gesellschaft durchsetzbar, in der niemand mehr ein Interesse an Diskriminierung und Spaltung hat.
Eine Gesellschaft ohne Kapitalisten, in der Faschismus und Rassismus die ökonomische Grundlage entzogen ist.