Seit Monaten streiken jeden Freitag zehntausende SchülerInnen in Deutschland und…

Seit Monaten streiken jeden Freitag zehntausende SchülerInnen in Deutschland und anderen Teilen der Welt um auf die desaströse Klimapolitik und ihre Folgen aufmerksam zu machen und anstatt eines „Weiter-so“ einen Wandel zu erzwingen.

Nicht selten wird das von Politikern und Direktorat gern als gesetzeswidrig erklärt und damit delegitimiert. Es besteht in Deutschland eine Schulpflicht, wem das Thema so wichtig sei, der kann doch auch am Wochenende auf die Straße gehen, heißt es dann. Für diejenigen die trotzdem demonstrieren, kann es dann mitunter zu Konsequenzen in Form klassischer Schul-Repressionen wie Attestpflicht, Nachsitzen oder Verweis kommen.

Ein Streik, der muss „weh tun“ und den sonst regulär ablaufenden gesellschaftlichen Alltag durcheinander bringen, nur so wird auch der Druck ausgeübt der zu Zugeständnissen und Veränderung zwingt. In Anbetracht dessen das es seit Jahren trotz voranschreitenden Klimawandels keinen Kurswechsel gibt, ist es mehr als nötig den Herrschenden Druck zu machen. Aber auch rein rechtlich betrachtet ist das bei weitem weniger klar wie es einem der Schuldirektor oder ein Christian Lindner weismachen wollen.

Der Münchner Stadtverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat dazu letztens ein Papier herausgegeben in denen sich die GEW, in der zahlreiche LehrerInnen organisiert sind, mit den SchülerInnen solidarisiert. Gleichzeitig wird nochmal klar gemacht das die Proteste nicht nur legitim, notwendig und richtig sind, sondern das es durchaus eine rechtliche Basis für den Schulstreik gibt:

„Das im Art. 8 im Grundgesetz geregelte Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit kennt keine pauschale zeitliche Eingrenzung. Es stellt sich also die Frage, ob es einen wichtigen Grund für das Fehlen im Unterricht gibt bzw. in welchem Bezug die Demonstrationen während der Schulzeit zur Schule und ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag stehen.“

Das bereits während der Bildungsstreiks 2009 angeführte Argument „Schulstreik – das ist Schulschwänzen und nicht mehr“ macht es sich da (bewusst) zu einfach. So einfach kann man einen Streik von SchülerInnen, die erkannt haben das es so nicht weiter gehen kann, nicht einfach klein halten.

Unter folgenden Link könnt ihr das gesamte Papier der GEW nachlesen:

https://www.gew-muenchen.de/…/20190417_GEW-Muc_FAQ-FridaysF…