Gegen das 75 Milliarden Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung, gegen die US-At…

Gegen das 75 Milliarden Aufrüstungsprogramm der Bundesregierung, gegen die US-Atomraketen in Deutschland, für den Stopp aller deutschen Auslandseinsätze und Waffenexporte, für ein Ende des türkischen Militäreinsatzes in Afrin, und eine Entspannungspolitik mit Russland: die Beweggründe der über tausend Ostermarschteilnehmenden waren so vielfältig wie sie selbst. Weit mehr Menschen als in den letzten Jahren zogen heute vom Pariser Platz in Haidhausen zur Abschlusskundgebung am Marienplatz.
Aber damit ist das Ostermarschwochenende für uns noch nicht vorbei. In Landshut versucht die AfD am Montag den dortigen Ostermarsch zu kapern und ihre Friedensdemagogie zu verbreiten. Eine Partei kann jedoch nicht für den Frieden sein, deren Vorsitzender Gauland in einem Interview sagt: "Die Deutschen haben ein gestörtes Verhältnis zur militärischen Gewalt. […] Statt also immer von neuem die pazifistische Melodie zu singen, wäre es gut eine politische zu intonieren, weil eben militärische Gewalt […] nicht an sich schlecht, sondern nur als falsche Politik schlecht ist. Das setzt aber voraus, dass die Deutschen wieder eine Tatsache der Weltgeschichte akzeptieren lernen, die Bismarck in seiner ersten Regierungserklärung als preußischer Ministerpräsident 1862 in die berühmten Worte fasste 'Nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen – sondern durch Eisen und Blut.'" Wer so etwas sagt, der ist vielleicht gegen die Kriege der USA, aber sicher nicht gegen die des deutschen Imperialismus. Wir halten es statt mit Bismarck lieber mit Karl Liebknechts "Der Hauptfeind steht im eigenen Land!" und fahren deswegen am Montag nach Landshut.