Am 29. Juli 1900 flüchtete der russische Revolutionär Vladimir Iljitsch Uljanow ...

Am 29. Juli 1900 flüchtete der russische Revolutionär Vladimir Iljitsch Uljanow …

Am 29. Juli 1900 flüchtete der russische Revolutionär Vladimir Iljitsch Uljanow aufgrund der widrigen Bedingungen im zaristischen Russland in die Schweiz. Kurze Zeit später siedelte er nach München über und verbrachte dort ganze fünf Jahre im Exil bis die russische Revolution von 1905 ihm die kurzzeitige Rückkehr nach Russland ermöglichte.

Während seiner Zeit im Exil legte er sich nicht nur seinen berühmten Decknamen „Lenin“ zu, sondern veröffentlichte 1902 auch eines seiner bedeutendsten theoretischen Werke, die Schrift „Was tun?“. Dort legte er Organisations- und Kampfformen der zu schaffenden revolutionären Avantgarde-Partei in Russland fest, seine Überlegungen und Konzeptionen bildeten fortan eine der grundlegenden Aspekte des revolutionären Marxismus und sind für Kommunistische Parteien bis heute von großer Relevanz.

Neben der Herausgabe revolutionärer Zeitungen wie der Iskra und der Sarja, die aus dem Exil nach Russland geschmuggelt wurden und dort rege Verbreitung fanden, trieb er damals zudem die inhaltliche Diskussion um die Ausrichtung und Praxis der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) voran. Als sich 1903 auf dem zweiten Parteitag der SDAPR in London die inhaltlichen Differenzen zuspitzten und in der faktischen Spaltung der Partei mündeten, organisierte sich um Lenin herum die revolutionäre Mehrheit, die sich fortan als Bolschewiki („Mehrheitler“) bezeichneten.

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Foto (public domain)
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