Am 12. November 1918 erhielten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Ein wichtige…

Am 12. November 1918 erhielten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Ein wichtiger Meilenstein im schwierigen Kampf um Gleichberechtigung.
Doch wie schaut es heute, über 100 Jahre später, aus? Sind Frauen im Jahr 2019 gleichgestellt?

Eine Frau verdient bei gleichem Beruf, in derselben Position mit derselben Berufserfahrung im Durchschnitt 6% weniger als ein Mann. Rechnet man noch mit ein, dass Frauen weit öfter als Männer in Teilzeit arbeiten und viele sogenannte frauenspezifische Jobs, wie die Pflegeberufe, schlecht bezahlt werden, kommt man auf eine durchschnittliche Lohndifferenz von 22%.

Nur 27% der Frauen, jedoch 94% der Männer arbeiten in Vollzeit, wenn sie ein Kind unter 6 Jahren haben. Ökonomisch ist das natürlich nachvollziehbar: es kümmert sich lieber derjenige um das Kind, der ohnehin weniger verdient. Das führt aber auch dazu, dass sich traditionelle Rollenbilder weiter manifestieren.

Im Bundestag sind seit der Bundestagswahl 2017 gerade mal 31% der Abgeordneten Frauen, das ist selbst für den Deutschen Bundestag der niedrigste Wert seit fast 20 Jahren.

In der Debatte um die Abschaffung der Paragraphen §218 und §219a wurde ein fauler Kompromiss beschlossen. Es wird ÄrztInnen weiterhin verboten „Werbung“ für Abtreibungen zu machen. Aber sie dürfen jetzt darüber informieren. Konkret bedeutet das aber lediglich, das sie beispielsweise auf ihrer Homepage schreiben dürfen, dass sie Abtreibungen vornehmen. Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben vieler Frauen wird also weiterhin immer noch massiv eingeschränkt.

Das sind nur einige Beispiele die zeigen, dass Frauen auch im Jahr 2019 noch lange nicht gleichgestellt sind. Deshalb gehen wir als SDAJ München diesen Freitag zum internationalen Frauenkampftag wieder auf die Straße, um für Emanzipation zu demonstrieren.

Dabei ist es für aber natürlich auch wichtig klarzumachen, dass eine vollständige Emanzipation nicht im derzeitigen System erkämpft werden kann.
Denn der Kapitalismus profitiert von der Lage der Frau. Einerseits als billige Arbeitskraft, welche weniger Lohn verdient, weil sie angeblich weniger leisten könne und andererseits als Instrument zur Spaltung der Arbeiterklasse.

Kommt morgen vorbei: 17.30 Uhr am Marienplatz!