32 Jahre Harrisburg

Demonstration am 4. September 1979

Aktiv statt RadioAktiv

Auch nach den Landtagswahlen in Baden-Wüttenberg und Rheinland Pfalz geht der Kampf auf der Straße weiter. Bis zu 150-200 Leute versammelten sich am Stachus und nahmen an der Kundgebung von Green-City teil. Die Grünen machten die Kundgebung zu ihrer „Mini-Wahlkampf-Jubelparty“. Doch wir wissen, mit den Wahlen ist noch nicht Schluss. Denn im Kapitalismus ist alles der Profitlogik unterworfen, und diese Profitlogik nimmt keine Rücksicht auf die Umwelt oder die einfachen Menschen. Deswegen müssen wir die Energieerzeugung dieser Logik entziehen.
Die SDAJ München nahm zahlreich wieder zum 4.mal in 3 Wochen bei den Anti-Atom Protesten teil, verteilte Flugblätter und forderte mit einem Transpi die „Enteignung der Energiekonzerne“ und „Sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke“. Denn wir wissen, dass der Kampf auf der Straße kein leichter und kurzer Kampf ist. Der Widerstand ist ein langer Prozess, deswegen ist auch mit den Wahlen und Wechselkurs in der Atompolitik der BRD nicht Schluss.
Auch wieder formierte sich abschließend zur Kundgebung eine Demonstration mit bis zu 100 TeilnehmerInnen. Der Demonstrationszug mit verschiedenen Parteien von verschiedenen Gruppierungen führte vom Stachus Richtung Siemenszentrale am Odeonsplatz.

Die einzige wahre Opposition ist die Straße
„Politik im Parlament?“, „Politikwechsel mit dem Abwählen der CDU?“ das Prophezeien uns PolitikerInnen der SPD und Grünen gerne. Vor den Wahlen wurden wir mit diesen Versprechen nahezu überschüttet. In den Landtagswahlen haben die SPD und Grünen Erfolge erzielt. Doch schon jetzt, fangen die Widersprüche in ihrer Politik an. Es wird angefangen von „Exit-Strategien“ zu diskutieren.
Ein „Machtwechsel“ sollte nicht nur ein Wechsel der „Farben in der Regierung“ sein, sondern mit reellen Veränderung sichtbar sein. Aber wie wir sehen, gibt es jetzt schon Krach zwischen Grün-Rot wegen Stuttgart21, einem sowohl ökologisch wie auch sozial total unsinniges Projekt. Dort wird uns Jugendlichen eine der einzigen noch kostenlosen Freizeitmöglichkeiten der Stadt weggenommen: Der Stadtpark.
Die Menschen dürfen es nicht zulassen, dass nach einer Wahl ihre Stimmen für Eigenzwecke der bürgerlichen Parteien ausgenutzt werden. Die Menschen müssen die Opposition auf den Straßen bilden. Das wird auch mit voller Kraft getan. In München demonstrierten bis zu 200 Menschen, am Montagabend zum 3. Mal nach dem Unglück in Japan.

Es reicht!
Die Menschen gehen auf die Straße. Sie gehen aber nicht auf die Straße, weil sie jetzt plötzlich Angst haben. Viele sagen entschlossen „ES REICHT“. Die Atompolitik hat mit ihrer Verlogenheit ein Grenzpunkt erreicht. Genau in diesen Punkt müssen wir Druck machen und die Herrschenden dazu zwingen, Schluss zu machen.
Da nützen keine „leeren Wahlphrasen“ oder „leere Versprechungen“. Auf die Straße muss die Bevölkerung gehen, wenn sie was verändern will.

Veränderung im Kapitalismus?
Natürlich ist immer noch die Macht in den Händen der Banken und Konzerne. Sie spielen auch mit ihrer Macht und üben Druck aus auf die Politik in der BRD. Zum Beispiel wollen nun Monopole wie RWE und E.on gegen die AKW-Abschaltungen klagen. Wir sind in einem Stadium des Kapitalismus angelangt, wo in jedem Bereich der Gesellschaft, das Volk von Konzernen und Banken erpresst wird.
Deswegen sind wir dafür, dass Energiekonzerne enteignen werden müssen.
Die Atomwolke hat Österreich erreicht. Die Kapitalisten, die mit ihrem System seit Jahrzehnten die Menschheit erkranken, versuchen immer noch die Atompolitik der Atomlobbys für legitim darzustellen. Sie verstehen nicht, dass sie gescheitert sind. Die Atompolitik der Herrschenden hat ihre Glaubwürdigkeit verloren.
Unter Anderem arbeiten die AKW-ArbeiterInnen in Fukushima unter schlimmsten Bedingungen und tödlichen Folgen. Der Level in Fukushima hat die Stufe 7 erreicht.

Die Technik kann immer versagen
„Die Technik in Deutschland (oder in westlichen Industriestaaten) ist so fortgeschritten, dass ein Atomunfall wie in Tschernobyl niemals möglich wäre“…Somit ist auch diese Lüge entlarvt. Jetzt ist die Zeit gekommen aus der Geschichte zu lernen und Verantwortung zu übernehmen.

Atomkraftwerke abschalten! Jetzt! Sofort!
Bis dahin wird auf der Straße weitergekämpft!

Montag, 28.3.2011, 18 Uhr
Karlsplatz (Stachus)

Atomkonzerne weltweit abschalten!

Dritte Mahnwache anlässlich des Reaktorunfalls in Fukoshima

Heute jährt sich zum 32. Mal der Reaktorunfall in Harrisburg (USA). Am 28. März 1979 fand im Block 2 eine partielle Kernschmelze aufgrund von mehreren Kontstruktionsmängeln statt. Vom Staat wurden alle Klagen von Anwohnern, welche in der Nähe wohnten und erkrankten, abgelehnt. Der Block wurde aus wirtschaftlichen Gründen nur teilweise zurückgebaut, kontaminiertes Kühlwasser wurde beständig verdampft und in die Atmosphäre entlassen. 1985 schließlich wurde das Kraftwerk wieder eingeschaltet, obwohl bei eine vorherige Volksabstimmung 2/3 dagegen gestimmt hatten.

Mehr Infos:
Wikipedia
Three Mile Island